Mittwoch, 22. Februar 2012

ah- Hallo alle zusammen!

Schalom liebe Freunde!

Da denkt man, dass man hier generell mehr Zeit hat, aber Pusteblume, zum Blog schreiben kommt man deswegen trotzdem nicht automatisch.
Aber mir geht es gut hier. Ich bin ja jetzt schon 2 Wochen hier und leb mich gut ein. Meine Hinreise war etwas abenteuerlich und wundersam, aber total gut  =) Nach einem langen Reisetag wurde ich richtig herzlich in meiner Gastfamilie aufgenommen. Der Papa Alan ist Brite und somit können hier auch alle gut English sprechen. Ilanit ist Israelin, Mutter von 4 Jungs und arbeitet als Krankenschwester  der Station, wo die  Mütter ihre Babys bekommen. Also, so eine Art Hebamme. Ihr unregelmäßiger Schichtdienst ist eine Herausforderung für meine Gastfamilie, besonders, da der Vater auch arbeitet. Somit werde ich als Nanny am Nachmittag öfter mal wirklich gebraucht.
seltener Anblick: Ilanit gönnt sich 5 Minuten Ruhe

Diese zwei machen alles ihnen mögliche, um mir eine schöne Zeit hier zu bereiten. Es macht Spaß, mit ihnen Hand in Hand zu arbeiten und das Alltagsleben mit ihnen zu teilen.
Meine neuen 4 kleineren Brüder sind echt speziell. Eitan (fast 12) ist energiegeladen, ein hervorragender Moderator und Schauspieler, spielt Trompete und liest gern. Mit ihm komm ich ganz gut aus, solange ich ihn nicht zurechtweisen will/muss =P
Elad (10) war lange Zeit das Sorgenkind der Familie, weil er aufgrund von ADS sich ziemlich schwer tut, irgendetwas für die Schule zu machen. Mit ihm würde ich richtig gern so eine Art Nachhilfeunterricht täglich machen; mal schauen, wie das so gehen würde. Aber das beschreibt ihn ja überhaupt nicht. Er ist ziemlich sensibel, sehr humorvoll und hat ein richtig freundliches Wesen.


vielleicht giftige Raupen.. by Ajahl
Ajahl (6) ist ein total angenehmer und unkomplizierter Kerl. Er spielt sehr viel mit sich selbst und versinkt schnell in irgendwelche Fantasiewelten, von denen man nur das Gebrabbel der handelnden Charaktäre und die Soundeffekte hört. Das ist immer wieder total lustig, ihm dabei heimlich zuzuschauen. Nein, das soll sich überhaupt nicht abwertend anhören; ich hab ihn echt gern. Er liebt es zu singen und Gitarre zu spielen. Ich hab vor, mich manchmal  mit ihm hinzusetzten und paar Songs zu spielen und zu singen. Außerdem ist er mein Fotograph, da er einen so guten Blick für Details hat. Mit ihm in der Natur unterwegs zu sein, eröffnet einen eine ganz neue Vielfalt.
Und außerdem gibt es Asaf (4). Er passt ganz gut in das typische Bild des Kleinsten in der Familie: er hat einen Sturkopf, will viel und bekommt viel, nervt gern seine älteren Geschwister und ist trotzdem der von allen geliebte Schatz. Er ist auch einfach herrlich. Er liebt Autos, Trucks, Werkzeug, Waffen und Filme, scheut kein Risiko und spielt vorzugsweise an den Orten, wo ich immer ein mulmiges Gefühl im Bauch kriege. Mit ihm verbring ich die meiste Zeit am Tag, da ich mit ihm im Kindergarten bin.
Asafi

Der Kindergarten gehört zu der messianischen Gemeinde hier vor Ort. Noch haben wir 13 Kinder dort, aber ab Anfang März werden es 16 sein. Kurz bevor ich gekommen bin, ist dort die zweite Erzieherin kurzfristig in Babypause gegangen, da sie zwei Pflegekinder aufgenommen hat. Nun ist dort nur noch Liat als eigentliche Erzieherin, die bisher von einer anderen amerikanischen Voluntärin unterstützt wurde. Sie verlässt uns allerdings am Ende dieser Woche und von da an wird es wirklich spannend im "Gan". Liat ist eine typische Israelin: ziemlich freundlich-bestimmt und streng nach außen hin, aber mit einem Herzen aus Gold. Im Kindergarten lern ich Stück für Stück Hebräisch, da ich mit den Kids nur Hebräisch reden darf. Liat ist nicht nur eine gute Chefin, sondern auch meine persönliche Sprachlehrerin, für die ich sehr dankbar bin.
Ja, und auch sonst gefällt mir der Kindergarten echt gut. Es rattert auch da in meinem Kopf, was ich da noch einbringen kann, welche Ideen umsetzbar sind und wie ich ein Hilfe sein kann. Besonders das Basteln mit den Kids und die Vorschulübungen mit den Größeren mag ich sehr und es macht immer wieder Spaß, Mini-Gespräche mit den Kids  zu führen.

Oha, nach der Mini-Einführung in mein Leben hier hoffe ich, euch nun etwas regelmäßiger über meine Abenteuer hier auf den laufenden zu halten. Es gibt hier immer wieder total viel zu erleben: letztes Wochenende hab ich Ruth in Jerusalem besucht und das war unheimlich schön!

Auch hier merke ich, wie ich jede Unterstützung brauche und bin total dankbar für alle Gebete. Ich brauche viel Weisheit, Geduld und Liebe für den Umgang mit den Jungs, denn manchmal wünschte ich, ich hätte mehr Folgen der Super Nanny geschaut =P als ob das was helfen würde
Ich werd mir hier über meine eigene Erziehung bewusst und schätze sie immer mehr. Ich finde keinen passenden Ausdruck im deutschen für "discipline your child". Jedenfalls ist das etwas, das ich hier sehr lerne: wie wir, ich im besonderen uns oft Gott gegenüber wie kleine dumme Kinder verhalten und ihm einfach nicht zuhören und folgen wollen und dann uns über die Folgen wundern. Im Ungang mit Kids sehe ich ganz neu, was für ein wunderbarer Gott eigentlich ist und wie großartig Er für seine Kinder sorgt und wie wichtig Vertrauen und gehorsam sind. Also, hier gibt es für mich ganz abgesehen von der Sprache jede Menge zu lernen und ich bin dankbar für diese Gelegenheiten . Wie geht es euch so im kalten Deutschlannd
  bis bald mal wieder, eure Rivka

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