Das konnte man in der letzten Woche hier überall hören, lesen, schmecken, sehen =)
Am Donnerstag und Freitag wurde hier Purim gefeiert, ein Fest, was auf die bibl. Geschichte der Königin Esther zurückgeht. Es ist Fasching gar nicht so unähnlich, nur, dass ich hier keine Straßenumzüge gesehen hab. Israel ist eben viel mehr eine Familiengesellschaft. Die Kinder und wer sonst noch will verkleiden sich für alle möglichen Partys. Wir haben am Dienstag eine große Party für alle Kinder aus der Schule und dem Gan (Kindergarten) und ihre Familien gefeiert. Dafür haben wir schon am Sonntag angefangen vorzubereiten. Mit grooßer Freude hatte ich das Privileg, mal wieder Süßigkeitentüten zusammenzustellen; nur dass sie hier nicht Candy-Bags, sondern "Mischloch manot" genannt werden =) Da kamen Erinnerungen an New Yorker Zeiten auf. und auch 200 Luftballons ohne Pumpe aufzublasen, hat lustige Erinnerungen an das Praktikum in NY hervorgebracht =)
Die Party an sich war dann richtig schön. In den verschiedenen Räumen des Gan's hatten wir alle möglichen Spiel-Stationen aufgebaut, es gab super viele und gute Süßigkeiten und Kuchen, die Schulkinder haben verschiedene Musikstücke oder Sketche vorgetragen und am Ende wurden noch die Gewinner der Umfrage für das schönste, kreativste und authentischste Kostüm geehert. Da verging der Vormittag wie im Flug..
Den Rest der Woche hatten die Kids frei. Zuerst dachte ich, dass es eventuell etwas anstrengend werden könnte, die vier Jungs hier gut beschäftigt zu halten. aber Pusteblume.
Mittwochs war ich mit ihnen wieder den ganzen Tag im Gan; diesmal für einen Kidsclub, der alle 2 Wochen nachmittags stattfindet. Ich hab an diesem tag soo gechillt und eine richtig, richtig angenehme Zeit gehabt mit den Leuten, die sonst noch da waren. V.a. mit Nurit und Zigal, zwei Schwestern, die in Deutschland aufgewachsen sind und vor 8 Jahren mit ihrer Familie zurück nach Israel gekommen sind, hab ich mich richtig gut verstanden.
Dazu kommt noch, dass die Regenzeit nun auch wirklch vorbei zu sein scheint und es endlich wärmer wird. Ich weiß, ich jammere.. das problem hier ist nur, dass die Häuser gar nicht isoliert sind und die Heizung teuer. Dementsprechend war es im Haus oft kälter als draußen. Insofern ist der warmen Sonnenschein wirklich eine Wohltat =) das gute Wetter hat meine Gastfamilie am Donnerstagvormittag für eine Wandertour genutzt und ich bin hier geblieben und hab den "Schweizer Wald" mit dem Fahrrad erkundet. Das war soo eine wunderschöne Zeit! Ich hab es genossen, Sport zu machen, in der Natur zu sein und etwas Zeit für mich zu haben. "Schweizer Wald" liegt direkt auf den Hügeln über dem See Genezareth und die Aussicht ist wirklich, wirklich schön. Meine schlechte Handykamera kann zwar nur sehr bedingt wiedergeben, aber vielleicht gibt es euch eine Idee davon, wie es hier so aussieht.Am Abend ging die Aktion hier in der Familie weiter, da wir Besuch von Ilanits bester Freundin bekommen haben, die ihren Neffen und seine Frau noch mitgebracht hat. Nach einem wundervollen Essen haben wir dann noch zusammen IceAge geschaut =) =) ich glaub, es gibt nciht viele, die wirklich verstehen, wie coool das für mich war. Meine Jungs hier checkens nicht so ganz, warum ich den Film so liebe, aber sie zitieren ihn nun ständig, um mich zum Lachen zu bringen =)
Ich mag die entspannte Familienzeiten in den Ferien hier wirklich sehr. Den letzten freien Abend haben die Jungs gestern noch genutzt, um nach dem langen Winter endlich wieder ein Lagerfeuer im Garten zu machen. und von den vielen Purim-Süßigkeiten hatten wir sogar noch Marshmellows übrig, die wir grillen konnten.. (sagt man das so?^^)
Neben all den schönen Events tun sich so langsam allerdings auch ein paar Spannungen mit der Familie auf. Dass hier vieles ganz anders gemacht wird, wie ich es kenne, fiel mir von Anfang an auf.. dass ich mich mehr oder weniger daran störe, war mir auch bewusst. Und wie so die Wochen ins Land ziehen und meine naiven Erwartungen, dass ich mich dran gewöhne nicht erfüllt werden, hab ich mir ein Herz gefasst und versucht, ein paar dieser Sachen anzusprechen. Zum einen geht es darum, meinen Arbeitsrahmen: wieviel Stunden in der Woche, welche Aufgaben, welche Verantwortung neu abzustecken; und zum anderen sind es so grundlegende Unterschiede in Erziehungsvorstellungen, wo ich einfach grad ganz viel dazu lerne.. Manchmal frustriert es mich, immer noch mit meinen Erwartungen und Vorstellungen, wie was zu tun sei, gegen den Baum zu fahren, und dann hab ich das Gefühl, hier super-wenig Gutes tun zu können. Doch dann passieren auch so Situationen wie gestern Abend im Auto, als ich mit Elad ein richtig gutes Gespräch hatte. Es fing damit an, dass im Gottesdienst bekannt gegeben wurde, dass ein 10jähriger authistischer Junge aus einer der Familien der Gemeinde letzte Woche gestorben ist. Elad kannte ihn etwas näher und auch ich kenn die Familie von gaaanz früher ein wenig, sodass es uns beide echt betroffen gemacht hat. Und von dem Ereignis kamen wir dann irgendwie darauf zu sprechen, dass es ganz gut ist, dass er seit 2 Wochen nun schon nicht mehr Computerspielen darf (das kam von ihm =), und dann ging es um Alkohol, den Himmel, Gott und die Welt. Solche Momente machen all den anderen Alltagsschwierigkeiten wieder auf und ich bin dankbar, dass ich immer wieder so viele von ihnen erleben darf.
also, bis bald mal wieder! ich hoffe, euch nächstes mal dann endlich mal mehr vom Kindergarten zeigen und erzählen zu können =P
Schalom, eure Rebekka
p.s.: das Lausdrama ging übrigens viel schneller vorbei als befürchtet.. Toda la'El dafür! besonders, dass ich komplett verschont geblieben bin =')




